AUTOREN

 

Persönliche Worte

Vita

 

Autoren J.H. Prassl Graz Foto von Martina Pozgainer

 

Persönliche Worte

 

Willkommen auf unserer Website! Bevor wir hier ganz trocken die Autoren-Vita anfügen, möchten wir Sie kurz persönlich begrüßen und ein wenig über unser Chroniken-Projekt erzählen.

Wir sind, wie Sie am Plural ja schon festgestellt haben, zu zweit. Erkennt man an unserem Autorennamen zwar nicht, weiß man aber, sobald man in die Chroniken reingeschnuppert hat. J. H. Praßl steht stellvertretend für Judith und Heinz Praßl. Wir hätten uns natürlich auch zwei Autorennamen gönnen können, aber da wir quasi alles zusammen machen, weil wir nur in Kombination richtig gut funktionieren, sind wir kurzerhand in ein gemeinsames Autoren-Ei geschlüpft.

Heinz ist The man behind the story. Ohne ihn läuft gar nichts, weil er den Plot der Geschichte von Band Eins bis Band Acht entwickelt und die Welt der Chroniken erschaffen hat. Ein Prozess, der über 25 Jahre dauerte. Damit ist Heinz auch der mit dem letzten Wort. Ich weiß nämlich nicht, worauf das Ganze am Ende hinausläuft. Ich bin also in seinem Kreativ-Netz gefangen und auf ihn und seine Weisung angewiesen. „Klar!“, hör ich Sie sagen und eine gegenderte Braue hochziehen. Der Kerl hat’s in der Hand und kann nach Belieben über seine Co-Autorin verfügen. Willkommen im 21. Jhdt.! Klingt ungerecht, ist es aber nicht. Vielmehr ist es eine einmalige Gelegenheit für uns beide, eine Geschichte mal anders zu schreiben. Die schreibende Kraft (also ich) ist so blind wie die Protagonisten, welche die Wahrheit hinter dem großen Krieg Chaos gegen Ordnung aufzudecken versuchen. Das macht die Sache erst prickelnd für mich. Und Tatsache ist – die Feder führe ich. So kommt das Eine zum Anderen. Das Resultat? Ein wunderbares Korrelat, in dem die beiden Pole trotz ihrer Verschiedenheit perfekt ineinandergreifen. Heinz als Kopf der Chroniken, ich als das Herz. Und ohne das Herz fehlt bekanntlich der Saft. Schön, dass wir uns auch lieben. Macht die Sache einfacher.

Wir werden häufig gefragt, wessen Geschichte es nun eigentlich ist. Es gibt nur eine Antwort darauf, wenn diese auch offenbar nicht leicht zu akzeptieren ist – die Chroniken von Chaos und Ordnung sind zu 50 % Heinz’ Verdienst und zu 50 % meiner. Halt. Das ist ja gar nicht wahr. Eigentlich sind wir nur für einen Teil des Chroniken-Universums verantwortlich. Der Rest kommt von den unterschiedlichen Spielern, die seit über zwanzig Jahren die Geschichte zum Leben erwecken. Es ist also ein großes dynamisches Ganzes, sich speisend aus den Ideen von uns Autoren und den Inputs realer Menschen, die sich in den Rollen der Figuren durch den Hauptplot arbeiten und auch den einen oder anderen Haupt- oder Nebenstrang hervorbringen. Oder auch für Situationen sorgen, die kein Autor ausschließlich per Ratio ersinnen könnte, weil der Mensch einfach unberechenbar ist, während ein Konzept einer logischen Struktur folgt. Bei der Plotentwicklung arbeitet man ja üblicherweise auf Konsistenz und Dramaturgie hin (was zweifelsfrei unabdingbar für eine gute Story ist). Aber es ist nicht alles. Will man einen schlüssigen Plot entwickeln, fallen echte Kuriositäten zwangsläufig durch den Rost. Nicht so, wenn man es mit echten Menschen zu tun hat, die sich an einem ihrer übleren Tage an den Spieltisch setzen und nicht klar denken können.

Aber zurück zu J.H. Praßl.

Wieso schreiben wir? Weil wir eine Geschichte zu erzählen haben. Wir leben für diese Geschichte, nicht für’s Schreiben (und schon gar nicht vom Schreiben – jedenfalls noch nicht). Ersteres ist nicht ganz richtig. Ich lebe schon ein bisschen für’s Schreiben. Aber wir schreiben diese Geschichte nicht, weil es so toll ist, ein Schriftsteller zu sein, oder weil das Schreiben eine Therapie für uns ist (ist es natürlich zweifelsfrei), und auch nicht, weil wir berühmt werden wollen. Wir schreiben diese Geschichte, weil wir sie seit Jahren leben und seit Jahren an ihr arbeiten. Wir haben uns so zu sagen in ihr verloren. Wenn sie zu Ende ist, schreiben wir wahrscheinlich eine andere Geschichte, vielleicht auch jeder von uns seine eigene. Aber jetzt, jetzt schreiben wir die Chroniken. Käme heute ein großer Publikumsverlag mit einem unwiderstehlichen Angebot zu einem Romantasy- oder Krimiprojekt, weil’s gerade so schön boomt, wir würden eine Runde heulen und dann entschlossen den Kopf schütteln. Es gibt zig Autoren, die bessere Krimis schreiben als wir, weil sie nun mal einen Krimi zu erzählen haben und in dieser Geschichte zu Hause sind. Man ist auch kein guter Autor, weil man einen so wunderbaren Stil hat, der einem quasi eingeboren wurde, und den man in jedem Genre ganz easy zur Anwendung bringen kann, oder weil man so schöne Sätze schreibt, „mit Worten Bilder malt“ usw. Auch nicht, weil man eine geniale Idee für eine Story hat. Eine Idee hat man schnell. Man ist dann ein guter Autor, wenn man tatsächlich etwas zu erzählen hat und sich dabei einer sonderbaren, oder meinetwegen besonderen Art der Wahrnehmung bedient, die ein neues Licht auf alte Themen wirft. Verstehen Sie uns nicht falsch – wir behaupten hier keinesfalls, wir wären gute Autoren und wissen, wie der Hase läuft. Tatsache ist, es gibt keinen perfekten Autor, genauso wenig wie es einen perfekten Verkäufer gibt. Und mit dem Prädikat „genial“ muss man verdammt vorsichtig sein. Wir sind wie alle anderen Autoren bemüht, eine möglichst packende Geschichte zu erzählen und dabei die Gehirnzellen der Leser zur kritischen Betrachtung anzuregen. Das war’s. Und schon sind wir beim nächsten Thema, das uns ein Anliegen ist. (Sie haben offenbar mehr Zeit, als laut System gesund für uns ist. Immerhin haben Sie es bis hierhin geschafft ... Aber bitte, immer weiter!)

Fantasy gilt ja gemeinhin als Trivialliteratur – besonders in Österreich. Sehen wir nicht so. Das Fantasy-Setting bietet einen hervorragenden Background für große Themen, im Übrigen häufig zentrale Themen der Menschheit. Solche wären u. a. das politische Ränkespiel, die Korrumpierung innerhalb sozialer Systeme, Themen der Ethik und Moral, kulturelle Divergenzen, die Emanzipation und nicht zuletzt die Psychologie: Was bedeutet es, um seine Existenz zu fürchten? Wie weit bin ich bereit zu gehen, um ein vermeintlich hehres Ziel zu erreichen? Was ist Verrat? Gibt es die wahre Liebe und was bedeutet es überhaupt zu lieben? Je größer das Setting – und die phantastische Literatur zeichnet sich nun mal dadurch aus, dass ganze Welten ins Zentrum des Betrachters gerückt werden – desto mannigfaltiger die möglichen Stoffe. Mal ganz abgesehen von der Herausforderung, eine politisch, historisch und ethnologisch funktionale Welt zu erschaffen, die im Idealfall auch noch stimmig ist. Also nix da mit trivial. Jedenfalls nicht, wenn man sich die Möglichkeiten der Fiktion zunutze macht, um kritische Literatur zu produzieren. Und genau das versuchen heute nicht nur wir, sondern auch viele andere Autoren dieses Genres. Soviel in Sachen Anspruch.

Ach ja, mittlerweile sind wir verheiratet. Genaugenommen sind wir es schon seit 2009. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Und mehr gibt es im Augenblick auch nicht zu erzählen. Auf jeden Fall freuen wir uns, dass Sie uns bis hierher begleitet haben. Ein wirklich schönes Gefühl. Und wer weiß, vielleicht treten Sie ja sogar durch die Pforte, die aus der Realität in die Fiktion führt und werfen einen Blick nach Amalea ...

Autoren

 

Vita - J.H. Praßl

 

Autoren J.H. Prassl Graz 2017

Hinter dem Namen J.H. Praßl verbirgt sich das österreichische Autorenehepaar Judith und Heinz Praßl. Zusammen schreiben sie bereits seit Jahren an dem Fantasy-Epos Chroniken von Chaos und Ordnung.

Judith Praßl (1979) ist diplomierte Philosophin, Autorin und Autodidaktin im Bereich bildender Kunst. Sie arbeitet freiberuflich als Grafikdesignerin, Texterin und im Bereich Kunst und Kultur. Seit 2006 schreibt sie zusammen mit ihrem mittlerweile Ehemann Heinz Praßl den Großteil ihrer Zeit an den Chroniken von Chaos und Ordnung.

Heinz Praßl (1970) ist diplomierter Umweltsystemwissenschaftler mit Schwerpunkt Physik. Als Mitbegründer eines Mittelaltervereins unterrichtet er mittelalterlichen Schwertkampf und leitet seit mehr als fünfundzwanzig Jahren eine Pen&Paper-Rollenspielrunde. Heute arbeitet er im Bereich Erneuerbare Energien und als Autor der Chroniken von Chaos und Ordnung.

Mit den Chroniken von Chaos und Ordnung veröffentlichen J.H. Praßl ein auf acht Bände angelegtes Fantasy-Epos made in Austria.

Vor rund 25 Jahren hatte Heinz Praßl die Idee zu einer Geschichte, die zwar in einer High Fantasy-Welt spielt, aber die zentralen Themen des Menschseins ins Zentrum stellt. In den darauffolgenden Jahren entwickelte er den gesamten Plot der Chroniken von Chaos und Ordnung und erweckte diesen im Zuge eines Pen&Paper-Rollenspiels zum Leben. 2001 stieg Judith Praßl in die Rollenspielrunde ein, woraufhin das Autorenduo 2006 mit der gemeinsamen Arbeit an der Umsetzung der Fantasyreihe begann – er als Erfinder und Konstrukteur der Geschichte, sie als Autorin. Drei Jahre später heirateten sie. Heute arbeiten sie intensiv an der Fortschreibung der „Chroniken von Chaos und Ordnung“, während in ihrer Grazer Wohnung das vor mehr als zehn Jahren begonnene Spiel zur Geschichte in die finale Runde geht. Das Finale selbst kennt nur Heinz Praßl. Es wurde nirgendwo aufgeschrieben, und er hat es seit einem viertel Jahrhundert niemandem erzählt – nicht einmal seiner Co-Autorin und Ehefrau.

Foto von Martina Pozgainer

Preise

Deutscher Phantastik Preis 2016 – Platz Zwei in der Kategorie „Bester deutschsprachiger Roman“ und Platz Drei in der Kategorie „Beste Serie“

Gewinner des Social Samiel Award 2015 (genreübergreifender Publikumspreis für den besten Antagonisten/Bösewicht eines Romans)

Nominierung für den Samiel Award 2014 (genreübergreifende Auszeichnung für den besten Antagonisten/Bösewicht eines Romans)

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